Von der Idee zur ersten Reifeprüfung

Die Anfänge des Gymnasiums

Jahrelang wurde bezweifelt, dass eine allgemeinbildende höhere Schule im Raum Schwechat überhaupt lebensfähig sei, bis endlich im Schuljahr 1969/70 der Start mit drei ersten Klassen erfolgte. „Expositur des Bundesgymnasiums und Bundesrealgymnasiums Bruck an der Leitha“ wurde die neue Schule getauft…

Die Geburtswehen dauerten lange. Doch schon 1976/77 – im Schuljahr der ersten Reifeprüfung – besuchten das Gymnasium bereits rund 700 Schüler in 22 Klassen. Der Anteil der in Schwechat wohnhaften Schüler lag bei etwa 40 Prozent, 60 Prozent kamen aus den umliegenden Gemeinden. Diese Zahlen machen deutlich, dass die Gründung eine dringende Notwendigkeit war.

Die Entwicklung hätte jedoch weder in finanzieller, noch in räumlicher Hinsicht ohne die Unterstützung der Kommunalpolitiker und ohne die tatkräftige Hilfe durch die Stadtgemeinde Schwechat erfolgen können. Zum einen wurden die laufenden Schulerhaltungskosten und die Kosten für das Nichtlehrpersonal von der Stadtgemeinde getragen. Zum anderen stellte diese das Gebäude der ehemaligen Hauptschule Schwechat zur Verfügung. Aufgrund der wachsenden Schülerzahl mussten jedes Jahr neue Klassenräume bereitgestellt werden. Die Hauptschule übersiedelte schließlich in die Adolf Schärf-Straße, 1973/74 wurde ein zweiter Turnsaal auf der dem Gymnasium gegenüberliegenden Straßenseite errichtet und in der Folge konnten 4 Klassenräume am Hauptplatz in einem Erweiterungsbau der Musikschule benutzt werden, um den Raumbedarf einigermaßen zu decken.

Trotzdem mussten Räume für den Unterricht benutzt werden, die eigentlich nicht dafür vorgesehen waren. Sonderunterrichtsräume gab nur zwei. Der Musiksaal war der einzige Raum, den man auch verdunkeln konnte, um Filme und Dias zeigen zu können. Der zweite Sonderunterrichtsraum war der Physiksaal, in dem auch der Unterricht in Biologie und Chemie stattfand. Im Keller wohnte Herr Kochinger, als Schulwart der „gute Geist“ des Hauses. Ein kleiner Kellerraum neben seiner Wohnung diente als Werksaal für Mädchen und Knaben.

Inhaltlich wurde die Arbeit durch das mit 1. September 1974 in Kraft getretene Schulunterrichtsgesetz nachhaltig bestimmt. Es wurde und wird bis heute immer wieder mit Novellen verändert, um die die Schule betreffenden Rechtssetzungen an die Entwicklungen anzupassen. Zwei Ziele sollten damit erreicht werden: Die Rechte und Pflichten der Lehrer, Schüler und Erziehungsberechtigten unter Bedachtnahme auf die Verschiedenheit ihrer Stellung und Interessenslage festzulegen und der Aufgabe der Schule in Erziehung und Unterricht Rechnung zu tragen. Dass sich daraus eine Fülle an Diskussionen ergab, war wohl zu erwarten, die Tatsache, dass sich dadurch auch wesentliche Merkmale der Rechtsstaatlichkeit im sensiblen Bereich des Schulbetriebes abgebildet haben, sollte jedoch auch heute nicht vergessen werden.

Ab 1. Jänner 1976 war das Gymnasium in Schwechat selbstständig, was sich auch in der Namensänderung niederschlug. Seither gibt es das „Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Schwechat“. Dr. Franz Slawik war der erste Direktor, nachdem er schon seit 1972 als Pädagogischer Leiter die Geschicke des Hauses gelenkt hatte.

Die Reifeprüfung legten im Schuljahr 1976/77 31 Schüler von 77 im Schuljahr 1969/70 gestarteten Schülern ab.

1978 erfolgte die Schenkung des Gebäudes an die Republik Österreich. Damit wurden alle bis zu diesem Zeitpunkt von der Stadtgemeinde Schwechat getragenen Kosten von ihr übernommen.

Das Motto dieser Zeit war: Eckpunkte für eine weitere Entwicklung festzulegen und vor allem die große Raumnot und die Qualität der Ausstattung in den späteren Jahren zu verbessern, um einen Unterricht nach den Erfordernissen der neuen Lehrpläne zu ermöglichen. Bis zum Jahr 1989 hat es gedauert, bis durch den Beginn eines Um- und Zubaus dieses Ziel zum überwiegenden Teil erreicht werden konnte.

Der Autor, HR Mag. Eduard Hruska, war zunächst Prov. Leiter und anschließend Direktor des BG/BRG Schwechat (1993 – 2001).

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